{"id":643,"date":"2017-10-10T21:53:52","date_gmt":"2017-10-10T19:53:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-gubo.at\/cms\/?p=643"},"modified":"2017-10-11T14:59:51","modified_gmt":"2017-10-11T12:59:51","slug":"wie-stehen-die-parteien-zur-homoeopathie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-gubo.at\/cms\/index.php\/2017\/10\/10\/wie-stehen-die-parteien-zur-homoeopathie\/","title":{"rendered":"Wie stehen die Parteien zur Hom\u00f6opathie!"},"content":{"rendered":"<h3><span class=\"ng-scope\">Die \u00c4KH (<\/span><span class=\"ng-scope\">\u00c4rztegesellschaft f\u00fcr klassische Hom\u00f6opathie) bat wie schon vor fr\u00fcheren Wahlen die Parteien um eine Stellungnahme und stellt diese Ihnen zur Verf\u00fcgung.<\/span><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1. Zur Beliebtheit der Hom\u00f6opathie bei der \u00f6sterreichischen Bev\u00f6lkerung gibt es immer wieder positive Umfrageergebnisse. Laut den regelm\u00e4\u00dfig durchgef\u00fchrten Befragungen der \u00f6sterreichischen <\/strong><strong>Bev\u00f6lkerung von GfK Austria und Dr. Peithner KG vertrauen zwei Drittel der \u00d6sterreicherinnen und \u00d6sterreicher im Krankheitsfall auf die hom\u00f6opathische Medizin. Umfragen aus Deutschland zeigen,dass sich ebenfalls zwei Drittel der Bev\u00f6lkerung eine bessere Integration der Hom\u00f6opathie an Universit\u00e4ten w\u00fcnscht (mehr Forschung) und die Krankenkassen weiterhin die \u00e4rztliche <\/strong><strong>Hom\u00f6opathie bezahlen sollen. Im offiziellen \u00f6sterreichischen Gesundheitswesen ist die hom\u00f6opathische Medizin jedoch nicht anerkannt. K\u00f6nnen Sie sich eine Integration der <\/strong><strong>Hom\u00f6opathischen Medizin ins \u00f6sterreichische Gesundheitssystem vorstellen, diese zu unterst\u00fctzen und der Bundeszielsteuerungskommission, dem Hauptverband der Sozialversicherungen, dem <\/strong><strong>Obersten Sanit\u00e4tsrat und nat\u00fcrlich dem BM f\u00fcr Gesundheit vorzulegen?<\/strong><\/p>\n<p>SP\u00d6: Die Zusammenarbeit zwischen Hom\u00f6opathen und Schulmedizinern ist grunds\u00e4tzlich, wie bereits teilweise in der Praxis zu beobachten, sicherlich m\u00f6glich. Auch wenn Hom\u00f6opathie bei korrekter Anwendung kaum zu Nebenwirkungen f\u00fchren kann, ist doch weiterhin darauf zu achten, dass die Behandlung nur durch \u00c4rztinnen und \u00c4rzte durchgef\u00fchrt werden darf und keine anderen angezeigten Behandlungen unterbleiben. Eine generelle Integration einer Methode in das Gesundheitssystem ist grunds\u00e4tzlich kaum vorstellbar, da sich Untersuchungen die Wirksamkeit betreffend immer auf eine bestimmte Indikation beziehen m\u00fcssen. Alleine aus diesem Grund w\u00fcrde sich eine Integration nur als langer Prozess gestalten lassen. Wie angedeutet, muss daf\u00fcr auch Evidenz f\u00fcr Wirksamkeit vorliegen \u2013 siehe dazu die Antwort zu nachstehender Frage.<\/p>\n<p>FP\u00d6: Das Hom\u00f6opathie nicht nur bei Eltern sehr beliebt ist, kann als Allgemeinwissen bezeichnet werden. Dennoch versuchen starke Lobbys die Wirksamkeit und den Nutzen der Hom\u00f6opathie st\u00e4ndig wegzureden. All diese Bestrebungen k\u00f6nnen an der Tatsache nichts \u00e4ndern, dass viele Patienten herzeigbare Erfolge durch die Einnahme hom\u00f6opathischer Substanzen erzielen. Wir halten es daher f\u00fcr dringend notwendig und \u00fcberf\u00e4llig, dass die Hom\u00f6opathische Medizin in allen Bereichen des \u00f6sterreichischen Gesundheitswesens Einzug nimmt um deren Wichtigkeit deutlich zu unterstreichen.<\/p>\n<p>Gr\u00fcne: Die GR\u00dcNEN haben die parlamentarische B\u00fcrgerinitiative &#8222;Hom\u00f6opathie als Kassenleistung&#8220; unterst\u00fctzt, welche am 13. Oktober 2016 der Pr\u00e4sidentin des Nationalrates, Doris Bures, \u00fcbergeben wurde. Die GR\u00dcNEN bef\u00fcrworten eine ganzheitliche Medizin \u2013 zu der auch die Hom\u00f6opathie z\u00e4hlt \u2013, die den Menschen unter Einbeziehung seiner gesamten Pers\u00f6nlichkeit und als soziales Wesen zum Gegenstand therapeutischer Bem\u00fchungen macht. \u201eGanzheitsmedizin\u201c und \u201eSchulmedizin\u201c sollen sich gemeinsam kritisch gesundheitspolitischen Fragen stellen. Dar\u00fcber hinaus ist es f\u00fcr uns GR\u00dcNE unabdingbar, dass wirksame komplement\u00e4rmedizinische Leistungen (beispielsweise Akupunktur) einkommensunabh\u00e4ngig allen PatientInnen zug\u00e4nglich gemacht werden. Der bislang zu beobachtenden Tendenz zur Zwei-Klassenmedizin ist auch aus ganzheitlicher Sicht und unter W\u00fcrdigung einer sinnvollen Komplement\u00e4rmedizin entschieden entgegengetreten. Um Qualit\u00e4tssicherung und KonsumentInnenenschutz zu gew\u00e4hrleisten, sind wissenschaftliche Anstrengungen zu unternehmen, alle medizinischen Angebote (Ganzheits- und Schulmedizin) klarer als bisher von fragw\u00fcrdigen Methoden abzugrenzen und damit Menschen vor falschen Heilsversprechungen oder risikobehafteten Methoden zu sch\u00fctzen. Wir GR\u00dcNE fordern daher \u00f6ffentlich gest\u00fctzte Investitionen in Studien nicht nur schulmedizinischer Verfahren sondern ebenso Studien, die \u00fcber Wirksamkeit, Sinn und Unsinn sowie erfolgreiche Einsatzm\u00f6glichkeit komplement\u00e4rmedizinischer Methoden und Naturheilverfahren Auskunft geben. Seit Sommer 2017 werden in der Schweiz unter bestimmten Voraussetzungen auch komplement\u00e4rmedizinische Leistungen wie Hom\u00f6opathie von den Krankenversicherungen \u00fcbernommen, was vorbildlich ist. Das Schweizer Modell w\u00e4re auch ein m\u00f6glicher gangbarer Weg f\u00fcr \u00d6sterreich. Wir GR\u00dcNEN sehen darin eine M\u00f6glichkeit, einen sozial gerechteren Zugang f\u00fcr alle Bev\u00f6lkerungsschichten zu einer modernen integrativen Medizin zu schaffen.<\/p>\n<p>Neos: Dass die Hom\u00f6opathie im \u00f6sterreichischen Gesundheitswesen nicht anerkannt ist, ist in dieser Form nicht korrekt. Aus der Anfragebeantwortung \u201eVerg\u00fctung von Hom\u00f6opathika\u201c (https:\/\/www.parlament.gv.at\/PAKT\/VHG\/XXV\/AB\/AB_10559\/index.shtml) von NEOS Gesundheitssprecher Gerald Loacker geht hervor, dass Kosten f\u00fcr hom\u00f6opathische Produkte durchaus von staatlichen Kassen \u00fcbernommen wird.<\/p>\n<p>FL\u00d6: Unbestritten erfreut sich die Hom\u00f6opathie zur Behandlung bestimmter Erkrankungen zumindest als Zusatztherapie der Beliebtheit bei der \u00f6sterreichischen Bev\u00f6lkerung. Aus meiner Erfahrung als praktischer Arzt, kann ich nur best\u00e4tigen, das alles was zur Heilung oder zumindest Verbesserung des Krankheitsbildes beitr\u00e4gt zu unterst\u00fctzten ist.<\/p>\n<p><strong>2. Ist Ihre Partei der Meinung, dass die ca. 1500 wissenschaftlichen Studien zur Hom\u00f6opathischen Medizin gen\u00fcgen, um die Wirkung der Arzneien zu beweisen oder sollten im Rahmen des <\/strong><strong>\u00f6sterreichischen Gesundheitswesens noch zus\u00e4tzliche Studien erstellt werden?<\/strong><\/p>\n<p>SP\u00d6: Leider liegen nach unseren Informationen noch keine Nachweise f\u00fcr die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie vor. Systematische Meta-Analysen, die die Wirksamkeit nach den Kriterien evidenzbasierter Medizin auf dem n\u00f6tigen Level best\u00e4tigen, sind uns nicht bekannt. Sollte die Wissenschaft die Notwendigkeit sehen weitere Forschungsanstrengungen zu unternehmen, so kann sie die bestehenden M\u00f6glichkeiten im Rahmen des \u00f6sterreichischen Gesundheitswesens nutzen.<\/p>\n<p>FP\u00d6: Wie bereits oben erw\u00e4hnt, gibt es zahlreiche Studien, welche die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie belegen. Zweifler und Leugner der Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie werden auch durch weitere Studien nicht \u00fcberzeugt, da vielfach wirtschaftliche Interessen hinter der Ablehnung der Hom\u00f6opathie stehen.<\/p>\n<p>Gr\u00fcne: Wir k\u00f6nnen die von Ihnen angef\u00fchrten 1.500 wissenschaftlichen Studien hier nicht bewerten, weil wir nicht wissen, auf welche Studien Sie sich beziehen. Aber: Wenn die Studien nach international anerkannten wissenschaftlichen Standards gemacht wurden bzw. diese Kriterien erf\u00fcllen, dann sollten die Studien mehr als ausreichen. Wichtig ist die Qualit\u00e4t, nicht die Quantit\u00e4t der Studien.<\/p>\n<p>Neos: Die Wirksamkeit ist bei hom\u00f6opathischen Mitteln nicht ausreichend bewiesen und konnte bisher nicht belegt werden. Das best\u00e4tigt unter anderem auch der Hauptverband der \u00f6sterreichischen Sozialversicherungstr\u00e4ger: \u201eSoweit uns bekannt, gibt es keine wissenschaftliche Grundlage, die einen Effekt von Hom\u00f6opathika belegt, abgesehen eines allf\u00e4lligen\u00a0 Placeboeffektes.\u201c (<a href=\"https:\/\/www.parlament.gv.at\/PAKT\/VHG\/XXV\/AB\/AB_10559\/imfname_609784.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.parlament.gv.at\/PAKT\/VHG\/XXV\/AB\/AB_10559\/imfname_609784.pdf<\/a>). Im Gegenteil: Zahlreiche &#8211; auch prominente &#8211; Studien wurden mittlerweile wiederlegt oder zur\u00fcckgezogen und es ist bis heute keine umfassende wissenschaftliche Erkenntnis vorliegend, welche Hom\u00f6opathika eine eindeutige Wirksamkeit zuschreiben k\u00f6nnte, wie sie von Arzneimitteln erwartet werden darf.<\/p>\n<p>FL\u00d6: Ob nun 1500 wissenschaftliche Studien zur hom\u00f6opathischen Wirksamkeit gen\u00fcgen oder nicht w\u00e4re wohl am besten im Rahmen einer parlamentarischen Enquete abzukl\u00e4ren, zur der nat\u00fcrlich auch Vertreter der hom\u00f6opathischen Medizin geladen geh\u00f6ren.<\/p>\n<p><strong>3. K\u00f6nnen Sie sich eine intensive Zusammenarbeit der Hom\u00f6opathischen Medizin mit der Konventionellen Medizin im Sinne der Integrativen Medizin vorstellen und finden Sie eine <\/strong><strong>Integration der Hom\u00f6opathie, bzw. Komplement\u00e4rmedizin in die Ausbildung der MedizinstudentInnen sinnvoll?<\/strong><\/p>\n<p>SP\u00d6: Hom\u00f6opathie wird bereits heute sehr h\u00e4ufig in der komplement\u00e4rmedizinischen Behandlung angewendet, wie bei Frage 1 angemerkt. Wie vorstehend ebenso angemerkt, fehlt f\u00fcr eine weitere Integration in das Medizinstudium, zus\u00e4tzlich zur M\u00f6glichkeit des Spezialdiploms Hom\u00f6opathie der \u00c4rztekammer f\u00fcr \u00c4rztinnen und \u00c4rzte, die Evidenz der Wirksamkeit.<\/p>\n<p>FP\u00d6: Die Integration von Hom\u00f6opathie und anderer komplement\u00e4rer Methoden in den schulmedizinischen Alltag ist die Zukunft der Medizin. Die Anforderungen werden immer h\u00f6her, Zivilisationskrankheiten sowie stressbedingte Erkrankungen nehmen rasant zu und werden in den n\u00e4chsten Jahren noch weiter ansteigen. Daher ist in der Behandlung der Mensch in seiner Gesamtheit zu sehen und zu behandeln um den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Erfolg zu erreichen.<\/p>\n<p>Gr\u00fcne: Die integrative Medizin wird von den GR\u00dcNEN positiv gesehen, weil sie den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Die Komplement\u00e4rmedizin in das Medizinstudium zu integrieren ist sinnvoll.<\/p>\n<p>Neos: Es ist eindeutig ein Effekt hom\u00f6opathischer Mittel erkennbar, der, aufgrund mangelnder wissenschaftlicher Beweise, derzeit als reiner Placeboeffekt angesehen werden kann. Sofern eine erg\u00e4nzende Therapie mit Hom\u00f6opathika f\u00fcr den Patienten eine Verbesserung des Zustandes bedeutet, ist nichts dagegen einzuwenden. Es muss aber sichergestellt werden, dass die Patienten \u00fcber den tats\u00e4chlichen Stand der Wissenschaft \u00fcber die nicht bewiesene Wirksamkeit von Hom\u00f6opathie aufgekl\u00e4rt wird.<\/p>\n<p>FL\u00d6: Alle Therapieformen, die sozusagen auf dem medizinischen Markt sind, sollen auch in der Ausbildung der Medizinstudentinnen und Medizinstudenten Eingang finden. Allerdings sollte man auch beachten, dass die Ausbildung auch nicht \u00fcberfrachtet sein soll.<\/p>\n<p><strong>4. Studien aus der Schweiz und aus den Niederlanden belegen eine eindeutig kosteng\u00fcnstigere Behandlung mittels Hom\u00f6opathischer Medizin. Sehen Sie dies als\u00a0 Vorteil und als Grund, die <\/strong><strong>Hom\u00f6opathische Medizin in das \u00f6sterreichische Gesundheitssystem zu integrieren? Halten Sie eine Kosten\u00fcbernahme f\u00fcr eine hom\u00f6opathische Behandlung, so wie es bei der Psychotherapie und <\/strong><strong>Akupunktur schon \u00fcblich ist, auch f\u00fcr die Hom\u00f6opathie erstrebenswert?<\/strong><\/p>\n<p>SP\u00d6: Die \u00f6sterreichischen Krankenversicherungstr\u00e4ger sollten wie bisher grunds\u00e4tzlich nur Kosten f\u00fcr wissenschaftlich anerkannte Heilmethoden \u00fcbernehmen. So werden z.B. auch bei Akupunktur Kosten nur f\u00fcr jene Indikationen \u00fcbernommen, f\u00fcr die ein Wirksamkeitsnachweis vorliegt. Anzumerken ist dabei die bereits bestehende M\u00f6glichkeit in Einzelf\u00e4llen die Kosten f\u00fcr Arzneimittel die nicht im Erstattungskodex gelistet sind unter den im ASVG geregelten Voraussetzungen (Chefarztpflicht) zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>FP\u00d6: Es ist uns daher ein wichtiges Ziel, dass die Kosten f\u00fcr Hom\u00f6opathie von den Krankenkassen \u00fcbernommen werden, wenn es eine \u00e4rztliche Verordnung gibt. Wir haben auch in der zu Ende gehenden Gesetzgebungsperiode einen entsprechenden Antrag eingebracht, dieser umschlie\u00dft auch andere &#8211; nicht schulmedizinische &#8211; Heilmetoden, deren Wirksamkeit von Patienten best\u00e4tigt wird <a href=\"https:\/\/www.parlament.gv.at\/PAKT\/VHG\/XXV\/A\/A_00653\/imfname_366035.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.parlament.gv.at\/PAKT\/VHG\/XXV\/A\/A_00653\/imfname_366035.pdf<\/a>. Aber auch in Zukunft werden wir f\u00fcr den Kostenersatz k\u00e4mpfen!<\/p>\n<p>Gr\u00fcne: Wenn eine Behandlungsmethode kosteng\u00fcnstiger ist als eine andere, dann ist das nat\u00fcrlich von Vorteil. Aber nur der Kostenfaktor alleine darf nicht ausschlaggebend sein, ob eine Behandlung bezahlt wird oder nicht &#8211; weil sonst immer die billigste Variante von der Kasse bezahlt werden m\u00fcsste. Ja, wir halten eine Kosten\u00fcbernahme f\u00fcr hom\u00f6opathische Behandlungen erstrebenswert, allerdings sollten die ganzen Kosten \u00fcbernommen werden.<\/p>\n<p>Neos: Als liberale Partei stehen NEOS f\u00fcr einen m\u00fcndigen und selbstbestimmten B\u00fcrger im Gesundheitssystem. Das bedeutet, dass mit ausreichend Aufkl\u00e4rung und Transparenz der Patient selbst entscheiden soll, welche Behandlungsmethode gew\u00e4hlt wird. Das gilt auch f\u00fcr Globuli und andere Hom\u00f6opathika. Wenn es jedoch darum geht, welche medizinischen und \u00e4rztlichen Leistungen der Staat erbringen soll und welche Kosten die Allgemeinheit damit f\u00fcr den Einzelnen tr\u00e4gt, so ist auf wissenschaftlich bewiesene Wirksamkeit zu achten. Denn wenn der Staat f\u00fcr alle Heilmittel aufkommt, deren Wirksamkeit bisher nicht belegt ist, werden die Kosten explodieren. FL\u00d6: Nat\u00fcrlich ist eine Kosten\u00fcbernahme der Hom\u00f6opathie erstrebenswert, jedoch sollte man dies im Lichte der angespannten Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems in \u00d6sterreich beurteilen.<\/p>\n<p><strong>5. In der Schweiz werden seit Juni 2017 \u00e4rztliche Leistungen aus der Komplement\u00e4rmedizin, darunter auch die Hom\u00f6opathie, von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung) verg\u00fctet. Von der WHO wurde die &#8222;WHO Traditional Medicine (TM) Strategy 2014-2023&#8243;erstellt. W\u00e4hrend in \u00e4rmeren L\u00e4ndern, insbesondere in Afrika, diese Medizin teilweise die ungen\u00fcgende medizinische Versorgung erg\u00e4nzt, stehen in den wohlhabenden L\u00e4ndern die Wahlfreiheit der Patientinnen und Patienten sowie der weltweite Austausch von regional <\/strong><strong>entstandenen Traditionen im Vordergrund. Welche M\u00f6glichkeit sehen Sie hier in \u00d6sterreich?<\/strong><\/p>\n<p>SP\u00d6: Frage leider unverst\u00e4ndlich \u2013 ev. auf Frage 3 verweisen?<\/p>\n<p>FP\u00d6: In den reichen L\u00e4ndern, sind es vor allem die \u201e\u00e4rmeren\u201c Menschen, die oftmals keine Wahlfreiheit sehen. Nicht nur die Kosten der Hom\u00f6opathie, vor allem der Zugang zu Information ist f\u00fcr bildungsferne Schichten meist unzureichend. Daher w\u00e4re es dringend notwendig, schon in de Ausbildung der Hom\u00f6opathie und anderen alternativen und komplement\u00e4ren Heilmethoden jenen Stellenwert zu geben, den diese auch braucht. Verdient und den es auch braucht, um das Bewusstsein in der \u00c4rzteschaft zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Gr\u00fcne: Nach dem Schweizer Modell k\u00f6nnten auch in \u00d6sterreich die Krankenkassen komplement\u00e4rmedizinische Behandlungen \u00fcbernehmen. Derzeit ist es ja leider so, dass sich diese Behandlungen meist nur Menschen mit einem besseren Einkommen leisten k\u00f6nnen, weil sie privat bezahlt werden m\u00fcssen. Sollte die Hom\u00f6opathie von der Krankenkasse bezahlt werden, m\u00fcssten nat\u00fcrlich Qualit\u00e4tskriterien wie die Zusatzqualifikation des Arztes\/der \u00c4rztin oder die Wirksamkeit der Anwendung \u2013 ebenso wie in der Schweiz \u2013 ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Neos: In \u00d6sterreich erfreut sich die Hom\u00f6opathie, wie unter Punkt 1 bereits richtig erkannt wird, gro\u00dfer Beliebtheit. Es braucht hier keinerlei Anreize oder Subvention, denn der Markt wird ausreichend genutzt und Hom\u00f6opathie findet landesweit Anwendung. Von einem staatlichen System mit einer Vielzahl an Sozialversicherungstr\u00e4gern und unterschiedlichen Leistungen an die Versicherten erwarten wir neben einer schlankeren B\u00fcrokratie und Verwaltung auch, dass f\u00fcr alle Menschen eine Grundversorgung gew\u00e4hrleistet wird. Dazu z\u00e4hlen jene Behandlungsmethoden und Arzneimitteln, deren Wirksamkeit und wissenschaftlich belegt ist. Es w\u00e4re unverantwortlich den Beitragszahlern gegen\u00fcber, eine Leistung zu verg\u00fcten, deren Wirksamkeit und Nutzen nicht ausreichend erwiesen ist.<\/p>\n<p>FL\u00d6: Was die Wahlfreiheit der Patientinnen und Patienten zwischen Schulmedizin und Komplement\u00e4rmedizin sollten alleine die Patientinnen und Patienten entscheiden.<\/p>\n<p>Gesamtantwort der\u00a0 \u00d6VP: In unserem Wahlprogramm haben wir uns intensiv mit den Herausforderungen unseres Gesundheitssystems auseinandergesetzt. Die Ergebnisse zeigen, dass wir\u00a0 Spitzenreiter bei den Ausgaben sind, aber nur im Mittelfeld bei den Ergebnissen. Bei den zu erwartenden gesunden Lebensjahren liegen wir im europ\u00e4ischen Vergleich im hinteren Drittel. Wir brauchen daher einen grundlegenden Kurswechsel in unserem Gesundheitssystem. Wir m\u00fcssen wieder verst\u00e4rkt nach Ergebnissen und nicht nach Behandlungen steuern. Unser Ziel ist es, die Menschen wieder schneller und effizienter gesund zu machen. Neben der konventionellen Medizin m\u00fcssen auch die Chancen der Komplement\u00e4rmedizin und der Hom\u00f6opathie st\u00e4rker genutzt werden. Nach derzeitiger Rechtslage werden die Kosten des Medizinproduktes dann erstatten, wenn das verabreichende Medikament wirksam zur Bek\u00e4mpfung der Symptome ist und dadurch die Gesundheit wiederhergestellt, gefestigt oder gebessert wird. Auch die Verschreibung von hom\u00f6opathischen Pr\u00e4paraten kann daher ersatzpflichtig sein, wenn die Voraussetzungen der Wirksamkeit vorliegen. Dies wird in der Praxis durch Studien belegt und im Hauptverband der \u00f6sterreichischen Sozialversicherungstr\u00e4ger entsprechend aufbereitet. Aus unserer Sicht scheint die derzeitige Rechtslage dem Bed\u00fcrfnis nach wirksamer Medikation ausreichend Rechnung zu tragen. Wenn f\u00fcr Hom\u00f6opathische Pr\u00e4parate die Wirksamkeit entsprechend nachgewiesen wird, gehen wir auch von einer Ersetzbarkeit aus; es erscheint kein Grund ersichtlich hier von einer unterschiedlichen Behandlung zu anderen Medikamenten auszugehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00c4KH (\u00c4rztegesellschaft f\u00fcr klassische Hom\u00f6opathie) bat wie schon vor fr\u00fcheren Wahlen die Parteien um eine Stellungnahme und stellt diese Ihnen zur Verf\u00fcgung. &nbsp; 1. Zur Beliebtheit der Hom\u00f6opathie bei der \u00f6sterreichischen Bev\u00f6lkerung gibt es immer wieder positive Umfrageergebnisse. Laut den regelm\u00e4\u00dfig durchgef\u00fchrten Befragungen der \u00f6sterreichischen Bev\u00f6lkerung von GfK Austria\u2026<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.dr-gubo.at\/cms\/index.php\/2017\/10\/10\/wie-stehen-die-parteien-zur-homoeopathie\/\"><span>Lesen Sie bitte weiter&#8230;<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-643","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dr-gubo.at\/cms\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/643","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dr-gubo.at\/cms\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dr-gubo.at\/cms\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-gubo.at\/cms\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-gubo.at\/cms\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=643"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.dr-gubo.at\/cms\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/643\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":653,"href":"https:\/\/www.dr-gubo.at\/cms\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/643\/revisions\/653"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dr-gubo.at\/cms\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=643"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-gubo.at\/cms\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=643"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-gubo.at\/cms\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=643"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}